Toskana inspirierte Hobbykünstler

Landschaft und Kulturstätten spornten die Kreativität an


Tauberbischofsheim. Pinsel, Meißel und Photoapparat - das waren die Werkzeuge der 14 Teilnehmerinnen und zwei Teilnehmer am Maler- und Bildhauersymposium des Kunstvereins Tauberbischofsheim in der Toskana unter der organisatorischen und künstlerischen Leitung von Rudi Neugebauer. Die Gruppe wurde betreut von dem Ehepaar Werner und Lore Nitschke aus Königshofen.

Massarosa, der ausgewählte Standort für die Kunstfreunde, lag günstig wenige Kilometer von Viareggio entfernt, so dass neben der eigenen künstlerischen Betätigung auch noch Zeit zu einem Sprung ins Mittelmeer und besonders für Exkursionen zu berühmten Kunststätten der Toskana blieb.

Gleich der erste Tag führte in die Marmorsteinbrüche von Carrara, deren gewaltige Dimensionen ebenso beeindruckten wie die gerade dort arbeitenden Bildhauer denen modernes Handwerkszeug ein leichteres Schaffen ermöglicht als zu Zeiten Michelangelos. Anschließend bot das malerische Städtchen Lerici Gelegenheit zum Baden wie zum Anfertigen von Skizzen, die am nächsten Tag im Garten des Standquartiers in Massarosa in Aquarelle umgesetzt wurden. Wer nicht malte, versuchte die aus Carrara mitgebrachten Marmorbrocken zu bearbeiten und bekam so einen Eindruck von der enormen Leistung der alten Bildhauer. Viel leichter ließen sich Speckstein und Alabaster behandeln, und so entstand in den drei Arbeitstagen manche schöne Skulptur.

Höhepunkt der Kunstfahrt war der Besuch des Campo dei Miracoli, des Platzes der Wunder" in Pisa, und die vorgesehene Besichtigungszeit reichte kaum aus, all diese Wunder auch intensiv zu bestaunen einmal die großartige Gesamtanlage von Baptisterium (Taufkapelle), Dom und Schiefem Turm, zum anderen die vielen architektonischen Details der Fassaden oder auch die berühmten Reliefs der Kanzeln im Baptisterium und Dom, geschaffen von Vater Nicola und Sohn Giovanni Pisano. So reichte es nur für einen kurzen Eindruck vom Camposanto, dem Friedhof, auch er ein architektonisches Meisterwerk mit großen Bilderzyklen, die 1944 durch einen Bombenangriff schwer beschädigt wurden, und dem Museum der Sinopien, der Rötelvorzeichnungen für Fresken, die einen Blick auf die spontane Schaffensweise der alten Künstler gestatten. Sie wurden durch die ausgeführten Fresken übermalt und erst durch die konservatorische Behandlung und Ablösung der Fresken von den Wänden wieder sichtbar.

Weitere Fahrten führten nach Lucca mit seinen engen, hohen Gassen und vielen romanischen Kirchen, wo auf dem Mercato einem Platz, der die Form des einstigen römischen Amphitheaters noch nachzeichnet, Gelegenheit zu Abendessen und Austausch über die vielen Eindrücke war, so wie nach Collodi, dem Heimatstädtchen des Pinocchio-Dichters Carlo Collodi, dessen leider verfallendes Schloss mit einer einst berühmten Gartenanlage bei dem an diesem Tag trüben Wetter einen morbiden Charme ausstrahlte.

Nach einem letzten intensiven Arbeitstag begutachteten alle Hobby-Künstler gemeinsam das in dieser Woche entstandene plastische wie malerische Gesamtwerk, und manche Anfängerin war erstaunt, wie kurz der Weg von ersten unsicheren Pinselstrichen zu einem gelungenen Aquarell sein kann. Der Dank aller galt Rudi Neugebauer, der durch seine wohlwollende und geduldige künstlerische Begleitung immer wieder ermutigte, die Gruppe mit kulinarischen Spezialitäten aus der Region überraschte und dadurch für eine sehr angenehme Atmosphäre sorgte.

Bei einem Nachtreffen wurde nun auch die reiche photographische Ausbeute betrachtet und zugleich der Termin für die nächstjährige Kunstwoche des Kunstvereins Tauberbischofsheim bekannt gegeben: sie wird vom 25. August bis 1. September 2001 in der Nähe von Perugia in Umbrien wieder unter der bewährten Leitung von Rudi Neugebauer stattfinden. Besichtigungsziele werden u.a. Assisi, der Trasimenische See und Arezzo sein. (von Kerstin Haug-Zademack)

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